Der grosse Styling-Guide von Black Tie bis Casual Friday
Was ziehen Sie zur Hochzeit an, wenn auf der Einladung „Cocktail“ steht? Darf es am Casual Friday wirklich die Jeans sein? Und wie unterscheidet sich Business Casual eigentlich von Smart Casual? Unsicherheiten bei Dresscodes kennt fast jeder. Genau deswegen stellen wir Ihnen die wichtigsten Dresscodes für Herren in der Übersicht vor, von Black Tie bis zum Dress-down Friday, mit konkreten Outfit-Ideen und Tipps für den richtigen Auftritt.
Welche Dresscodes gibt es? Die wichtigsten auf einen Blick
Wenn eine Einladung mit „Black Tie“ im Briefkasten liegt, Ihr Arbeitgeber für einen Kundentermin „Business Attire“ erwartet oder das Brautpaar bei der Kleiderwahl „Cocktail“ wünscht, stellt sich oft dieselbe Frage: Was genau heisst das eigentlich? Dresscodes sind Kleidungskonventionen für einen bestimmten Anlass – Vorgaben dafür, wie Sie sich in einer konkreten Situation kleiden sollten. Manche stehen ausdrücklich auf der Einladung, andere ergeben sich aus dem Anlass selbst, ohne dass jemand sie ausspricht.
Ihren Ursprung hat das Prinzip in den höfischen Kleiderordnungen des 17. Jahrhunderts, als Kleidung Rang und Stand auf den ersten Blick erkennbar machte. Daraus entwickelten sich die Codes, die Sie heute kennen: Im viktorianischen England entstanden Begriffe wie Black Tie und White Tie, im 20. Jahrhundert kamen die Business-Varianten dazu. Was früher die soziale Stellung anzeigte, ordnet heute den Anlass ein.
Im Folgenden geben wir Ihnen eine Übersicht über die wichtigsten Dresscodes – sortiert vom formellsten bis zum legersten:
- White Tie zählt zu den formellsten Dresscodes überhaupt und verlangt Frack und weisse Fliege. Heute begegnen Sie ihm fast nur noch bei Empfängen, Preisverleihungen oder grossen Opernbällen.
- Black Tie bedeutet kurz und knapp: Smoking mit schwarzer Fliege. Dieser Code gilt als Standard für festliche Abendveranstaltungen wie Galas oder sehr formelle Hochzeiten.
- Business Attire oder Business Formal steht für den klassischen dunklen Anzug mit Krawatte und wird in traditionell geprägten Branchen wie Banking, Recht und Consulting oft erwartet.
- Der Code Cocktail gibt sich elegant, aber flexibler als Black Tie – passend für festliche Empfänge, Hotel-Empfänge, Hochzeitsfeiern ab dem späten Nachmittag und Galaveranstaltungen ohne Smokingpflicht.
- Business Casual ist in vielen modernen Büros längst Alltagsstandard und setzt auf ein Herrenhemd mit Stoffhose, meist ohne Schlips und mit optionalem Sakko.
- Smart Casual schlägt die Brücke zwischen Büro und Freizeit und passt zu After-Work-Terminen, Restaurantbesuchen, Vernissagen oder Geburtstagsfeiern mit Stilanspruch.
- Casual Chic steht für bewusst lässige Eleganz und eignet sich für Sommerfeste, Gartenhochzeiten, Rooftop-Dinner und Anlässe mit stilvollem Rahmen ohne strenge Regeln.
- Casual Friday ist streng genommen kein eigener Dresscode, sondern eine Ausnahme von der sonst üblichen Bürokleidung zum Start ins Wochenende: Anzug und Schlips bleiben im Schrank, Hemd, Chino oder dunkle Jeans übernehmen.
In den folgenden Abschnitten stellen wir Ihnen jeden dieser Dresscodes im Detail vor – mit konkreten Outfit-Ideen, Anlass-Einordnung und Hinweisen zum persönlichen Spielraum. Eine kompakte Übersicht der wichtigsten Kleidungskonventionen mit Hemd finden Sie ausserdem in unserem Ratgeber Dresscodes mit Hemd.
Business-Dresscodes – vom dunklen Anzug bis zum Casual Friday
Beginnen wir unsere Übersicht mit den Dresscodes, die Ihnen im beruflichen Alltag am häufigsten begegnen. Die Business-Codes sind gestaffelt – von der strengen Variante mit Anzug und Krawatte bis zur entspannten Version mit Hemd und Chino. Welcher Code im Einzelfall der richtige ist, entscheiden Branche, Position und Anlass zusammen: In einer Kanzlei oder in der Finanzbranche ist oft ein formellerer Auftritt gefragt als in einem Tech-Unternehmen, im Kundengespräch ein formellerer als im internen Meeting.
Business Attire – wann ist ein dunkler Anzug Pflicht?
Business Attire ist einer der formellsten Berufs-Dresscodes in unserer Übersicht. Verlangt ist ein dunkler Anzug als Ein- oder Zweireiher, dazu ein weisses oder hellblaues Businesshemd, eine dezente Krawatte und schwarze Lederschuhe; die Socken nehmen den Ton der Hose auf. Das Jackett behalten Sie bei wichtigen Terminen an, es sei denn, Ihr Gesprächspartner legt sein eigenes ab.

Mit diesem Code signalisieren Sie Professionalität, Seriosität und den Respekt vor dem Anlass. Typische Situationen sind Kundentermine auf Vorstandsebene, Vertragsverhandlungen, Auftritte vor Gericht, Pitches vor Kunden aus formell geprägten Branchen und offizielle Firmenrepräsentationen. In welchen Branchen der dunkle Anzug bis heute erwartet wird und wo sich die Regeln in den letzten Jahren gelockert haben, lesen Sie in unserem Magazinartikel Wann ist Business Attire Pflicht?.
Business Formal – die formellste Variante der Bürokleidung
Das Business-Formal-Outfit besteht in der Regel aus einem dunklen Anzug in Anthrazit oder Marine, einem weissen Herrenhemd mit Kentkragen, einer zurückhaltenden Krawatte in gedeckten Tönen und klassischen schwarzen Oxford- oder Derby-Schuhen. Sichtbare Haut zwischen Socken und Hosensaum sollten Sie auch im Sitzen vermeiden – die Socken reichen dafür mindestens bis zur Wade.
Dieser Code gehört in unserer Übersicht zu den formalsten Varianten der Bürokleidung und wird in Branchen getragen, die an einem klassischen, formellen Erscheinungsbild festhalten. Der Unterschied zum Business Attire Code ist fliessend. Während Letzterer noch einen gewissen Spielraum bei Farbe, Stoff und Accessoires lässt, gibt Business Formal engere Grenzen vor: schwarze oder tief anthrazitfarbene Anzüge, weisses Hemd ohne Variation, Krawatte in gedeckten Tönen. Typische Anlässe sind Generalversammlungen, Auftritte vor Aufsichtsräten oder Pressekonferenzen auf Führungsebene. Welche Details den Unterschied ausmachen und wo Sie mit Einstecktuch oder Manschettenknöpfen dennoch dezent Akzente setzen dürfen, erklärt unser Ratgeber Business Formal.
Business Casual – wie viel Lockerheit ist erlaubt?
Business Casual heisst oft Hemd mit offenem Kragen, dazu eine Stoffhose oder Chino, Sakko optional, dazu Lederschuhe oder gepflegte Derbies. Jeans im Used-Look und sportliche Sneaker passen allerdings nicht in dieses Bild. Der entscheidende Unterschied zu Business Formal liegt im Verzicht auf die Krawatte und in der Hosenwahl. Neben klassischen Anzughosen sind auch Chinos möglich. Die Farbpalette darf etwas heller ausfallen als bei der strengsten Variante, und Sie kombinieren etwas freier, aber ohne den professionellen Rahmen zu vergessen.
Typische Anlässe sind der normale Büroalltag in modernen Unternehmen, interne Meetings, Geschäftsessen ohne formellen Rahmen und Fortbildungen. Worauf Sie dabei konkret achten sollten, welche Hemden und Kombinationspartner funktionieren und wo die Grenzen nach unten verlaufen, zeigt unser Styling-Guide Business Casual.

Smart Casual – wo endet Business, wo beginnt Freizeit?
Bei diesem Code greifen Sie zu einem Businesshemd, kombinieren es mit einer Chino oder dunklen Jeans und ergänzen je nach Wetter und Anlass ein Sakko. An den Füssen funktionieren Loafer genauso wie gepflegte Sneaker.
Dieser Code ist die Brücke zwischen Büro und privatem Anlass – lässiger als Casual, näher an Freizeitkleidung, aber klar vom reinen Freizeit-Outfit unterschieden. Dabei ist auch eine hochwertige Jeans möglich, und das Sakko darf gelegentlich zu Hause bleiben. Typische Anlässe sind After-Work-Termine, Restaurantbesuche, Vernissagen, Geburtstagsessen im Restaurant und Firmenveranstaltungen ohne formellen Charakter. Welche Hemden, Hosen und Schuhe zu diesem Look passen, haben wir in unserem Magazinartikel Smart Casual Dresscode – so gelingt’s! zusammengestellt.
Casual Friday – wie lässig darf es wirklich sein?
Am Freitag sind die Regeln der Bürokleidung in vielen Unternehmen mittlerweile weniger streng. Statt Anzug und Krawatte reichen oft ein Hemd und eine Chino oder eine dunkle Jeans, dazu kombinieren Sie bei Bedarf einen Pullover und tragen gepflegte Sneaker.

Dürfen Sie am Casual Friday wirklich Jeans tragen? In den meisten Unternehmen ja – sofern sie dunkel, gut geschnitten und sauber ist. Eine helle Waschung oder Löcher bleiben oft problematisch. Streng genommen ist der Casual Friday keine eigenständige Kleiderordnung, sondern eine bewusste Auflockerung des Büroalltags am letzten Arbeitstag der Woche. Seine Wurzeln reichen in die 1960er-Jahre auf Hawaii zurück, wo der „Aloha Friday“ den Angestellten freitags das Hawaiihemd erlaubte. In den 1990ern erreichte die Idee die US-Grossunternehmen und setzte sich als Gegenbewegung zum aufwendigen Power-Suit der 80er-Jahre durch.
Welche Hemden und Kombinationen am Casual Friday stilvoll funktionieren, zeigt unser Ratgeber Hemden und Outfitideen für den Casual Friday.
Welcher Dresscode gilt für ein Bewerbungsgespräch?
Für das Bewerbungsgespräch wählen Sie ein klassisches weisses oder hellblaues Herrenhemd mit Kentkragen und ohne Muster. Entscheidend ist der makellose Zustand: frisch gebügelt, saubere Kanten, nichts, das im Gespräch ablenkt. Beim ersten Eindruck zählt ein ruhiger, präziser Auftritt mehr als individuelle Akzente.
Weiss und Hellblau sind bewährte Standardfarben für das Bewerbungsgespräch. Weiss wirkt aufgeräumt und diszipliniert, Hellblau etwas offener und zugänglicher, ohne an Seriosität zu verlieren. Ob es für Ihr Bewerbungsgespräch einen Anzug braucht oder ein Hemd zur Chino genügt, hängt stark von der Branche ab. Bei einer Bank oder in einer Kanzlei ist Anzug und Krawatte gefragt, in einer Kreativagentur oder einem Start-up reicht oft die lässigere Kombination. Welche Hemdvarianten sich für welches Umfeld eignen und wie Sie weder overdressed noch underdressed wirken, erfahren Sie in unserem Ratgeber Welches Hemd fürs Bewerbungsgespräch?.
Was sollten Herren im Sommer beachten?
Heisse Tage und formelle Kleidung vertragen sich oft nicht besonders gut – das ist wohl das grösste Dilemma der Sommermonate. Der dunkle Wollanzug wird bei 30 Grad zur Belastung, das Hemd klebt an der Haut, und das Jackett staut die Wärme am Rücken. Ganz auf die Stilregeln zu verzichten, ist aber auch keine Lösung – die Erwartungen des Gastgebers oder Arbeitgebers ändern sich mit der Temperatur nämlich nur bedingt.
Statt die Regeln zu umgehen, passen Sie die Stoffe an. Leichte Materialien wie Leinen-Baumwoll-Mischungen und halb gefütterte Sakkos lassen die Luft zirkulieren und halten die Silhouette, ohne dass Sie in der Jacke verschwitzen. Das Leinenhemd ist im Sommer die erste Wahl – atmungsaktiv, kühlend und mit offener Struktur, die sommerlich wirkt, ohne dass die Seriosität leidet. Für die formale Variante empfiehlt sich ein leichter Anzug in Blau oder Anthrazit, gerne mit Leinen-Anteil, aber nicht aus reinem Leinen, denn dieser knittert schnell und wirkt für den streng formellen Auftritt zu sportlich. Ein reiner Leinenanzug passt hingegen wunderbar zu den legereren Dresscodes und erst recht zum Smart-Casual-Bereich. Bei festlichen Anlässen unter freiem Himmel, etwa einer Gartenhochzeit, dürfen Pastelltöne und Sandfarben ihre Wirkung entfalten. Im formellen Business-Kontext bleiben langärmelige Hemden die sicherere Wahl – ein Kurzarmhemd unter dem Sakko wirkt schnell deplatziert. Konkrete Outfits für heisse Tage im Büro haben wir in unserem Magazinartikel Büro-Outfits für Herren im Sommer zusammengestellt.
Festliche Dresscodes – von der Hochzeit bis zum Galaabend
Neben den Dresscodes des Berufsalltags gibt es jene für festliche Anlässe. Diese stellen wir Ihnen im zweiten Teil unserer Übersicht vor. Welcher Code für Ihren Anlass gilt, steht meist auf der Einladung: Black Tie bei Gala- und Abendveranstaltungen, Cocktail bei festlichen Empfängen und Abend-Hochzeiten, Casual Chic bei Sommerfesten und entspannten Feiern. Fehlt die Angabe, orientieren Sie sich am Charakter des Anlasses. Die folgenden Abschnitte erklären jeden Code im Detail.
Black Tie – der Dresscode für Galas und Abendveranstaltungen
Black Tie ist der formellste der festlichen Dresscodes. Erwartet wird er bei Galaveranstaltungen, offiziellen Abendempfängen, Charity-Abenden mit entsprechendem Vermerk und formellen Hochzeiten am Abend. Vorgeschrieben sind ein schwarzer Smoking mit Seidenrevers, ein weisses Smokinghemd mit verdeckter Knopfleiste, eine schwarze Fliege und schwarze Lackschuhe. Vollendet wird der Look durch einen Kummerbund oder eine schwarze Weste. Alle Details zu dieser klassischen Kleiderordnung erklärt unser Magazinartikel Dresscode Black Tie.

Cocktail – wie elegant muss es wirklich sein?
Ein Empfang im Hotel, eine Hochzeitsfeier ab dem späten Nachmittag, ein festliches Dinner oder eine Galaveranstaltung ohne Smokingpflicht – das sind die Anlässe, zu denen der Dresscode Cocktail, der nächste Code in unserer Übersicht, passt. Das typische Outfit besteht aus einem dunklen Anzug (nicht zwingend schwarz), einem weissen oder dezent einfarbigen Herrenhemd mit Kentkragen und klassischen Lederschuhen. In der traditionellen Auslegung gehört auch eine Krawatte dazu; bei moderneren, weniger streng gehaltenen Events kann sie im Einzelfall entfallen. Fliege und Kummerbund bleiben allerdings dem formellen Smokingauftritt vorbehalten.

Der Code ist die klassische Kleiderordnung der festlichen Abendgesellschaft: anspruchsvoll, aber nicht so streng wie der Smokingauftritt. Besonders bei Hochzeiten ist Cocktail der übliche Dresscode für den Teil nach der Trauung. Welche Herrenhemden und Accessoires den Look rund machen, lesen Sie in unserem Ratgeber Was bedeutet der Dresscode Cocktail für Männer?.
Casual Chic – geht entspannte Eleganz auch ohne Anzug?
Ein Sommerfest, eine Gartenhochzeit, ein Rooftop-Dinner oder eine Geburtstagsfeier im stilvollen Rahmen – Casual Chic passt, wenn der Anlass privat und entspannt ist, Sie aber nicht in reiner Freizeitkleidung erscheinen möchten. Das typische Outfit besteht aus einem Hemd, einer Chino oder Anzughose, einem optionalen Sakko und Loafern oder Derbies an den Füssen. Sportschuhe passen nicht. Eine hochwertige dunkle Jeans funktioniert bei wirklich informellen Anlässen durchaus – solange sie sauber, gut geschnitten und ohne Used-Effekte bleibt. Welche Kombinationen sich besonders bewährt haben, beschreibt unser Magazinartikel Was ist Casual Chic?.

Welches Hemd tragen Sie als Hochzeitsgast?
Als Hochzeitsgast setzen Sie auf ein weisses oder hellblaues Hemd, bei entspannteren Feiern dürfen es auch dezente Farben sein. Ein Sakko gehört in jedem Fall dazu, die Krawatte richten Sie nach dem Dresscode der Einladung.
Darf ein Hochzeitsgast ein farbiges Hemd tragen? Bei informellen und sommerlichen Hochzeiten durchaus – ein Pastellton oder ein zartes Rosé fügen sich harmonisch ein, ohne aufdringlich zu wirken. Bei einer Hochzeit mit Black-Tie-Einladung bleibt das Hemd hingegen konsequent weiss. Grundsätzlich gilt: Je formeller die Einladung, desto zurückhaltender das Hemd. Und eine Regel überdauert alle Stiltrends – die Aufmerksamkeit gehört dem Brautpaar, nie Ihrem eigenen Outfit. Welche Hemden sich für welche Hochzeit eignen, haben wir in unserem Magazinartikel Welches Hemd zur Hochzeit als Gast? zusammengestellt.
Krawatte, Fliege und Manschettenknöpfe? Das sollten Sie beachten!
Nicht bei jedem Dresscode ist die Sache so eindeutig wie beim Black Tie Code, der für Herren die schwarze Fliege alternativlos voraussetzt. Häufig haben Sie auch individuellen Spielraum, was aber natürlich auch Fragen aufwirft. Ist die Fliege auch zum Anzug eine Option? Wann dürfen Sie die Krawatte weglassen, ohne dass der Auftritt nachlässig wirkt? Und wann sind Manschettenknöpfe Pflicht? Diese Fragen beantworten wir Ihnen in den folgenden Abschnitten.

Fliege oder Krawatte – was passt zu welchem Anlass?
Bei Black Tie Veranstaltungen ist die Fliege verpflichtend. Klassisch ist sie schwarz, aus Seide oder Satin und idealerweise aus demselben Material wie das Revers Ihres Smokingjacketts gefertigt.
Auch ein tiefes Mitternachtsblau oder ein dezentes Muster wie ein feines Paisley sind mittlerweile akzeptiert, sofern die Einladung moderneren Interpretationen Raum lässt. Gekonnt selbstgebunden wirkt sie eleganter als ein vorgebundenes Modell, wobei beide Varianten zulässig sind. Bei Codes mit Krawatte haben Sie dagegen oft mehr Spielraum, was Farbe, Muster, Material und Breite betrifft. Ist Business Formal oder Attire gewünscht, greifen Sie zu einem zurückhaltenden Seidenmodell in einem Ton, der dunkler ausfällt als Ihr Anzugshemd – einfarbig oder mit einer sehr feinen Struktur wie Pünktchen oder schmalen Streifen, in einer klassischen Breite von 7 bis 8 Zentimetern.
Zu Cocktail-Einladungen und klassischen Hochzeiten ohne Smokingpflicht dürfen Sie auch kräftigere Farben und grösseren Mustern tragen, etwa zu einem klassischen Paisley oder zu dezenten geometrischen Motiven. Bei einem Business Casual Outfit haben Sie die freie Wahl – viele Männer verzichten ganz auf die Krawatte, doch zu einem unifarbenen Hemd macht eine Strickkrawatte oder ein Modell aus Wolle den Look eleganter, ohne ihn förmlich wirken zu lassen. Unabhängig vom Dresscode sollten Sie zwei Grundregeln beachten. Die Länge stimmt, wenn die Krawattenspitze Ihre Gürtelschnalle knapp bedeckt oder leicht berührt – alles deutlich darüber oder darunter wirkt unsauber. Beim Knoten orientieren Sie sich an Kragenform und Anlass: Der schmale, leicht asymmetrische Four-in-Hand passt zum klassischen Kentkragen und zu den meisten Business-Situationen. Etwas förmlicher wirkt der Half-Windsor, der einen gleichmässigen Dreiecksknoten ergibt und zu einem mittelweiten Kragen passt. Zum weit geschnittenen Haifischkragen und zu besonders formellen Anlässen gehört der volle Windsor-Knoten – im Alltag wirkt er schnell überambitioniert. Welche Variante sich für welchen Dresscode besonders bewährt, zeigt unser Ratgeber Fliege oder Krawatte: Die richtige Wahl für jeden Anlass.
Welche Krawatte passt zu welchem Hemd?
Mit Kontrast schaffen Sie Spannung, mit Ton-in-Ton eher Ruhe – wie viel wovon Sie wollen, entscheiden Sie nach Anlass und persönlichem Geschmack. Zu einem hellblauen Hemd wählen Sie eine dunkelblaue Krawatte, wenn Sie einen harmonischen Ton-in-Ton-Look bevorzugen; zu einem weissen Hemd stehen Ihnen fast alle Farben offen – vom klassischen Dunkelblau bis zum festlichen Bordeaux. Komplizierter wird es, sobald Hemd und Krawatte gemustert sind: Zwei Muster vertragen sich nur, wenn Sie bei den Grössen bewusst Abstand halten – etwa ein fein gestreiftes Hemd unter einer Krawatte mit grossem Paisley. Umgekehrt kombinieren Sie ein grosses Hemdmuster besser nicht mit einer kleinteiligen Krawatte, das Ergebnis wirkt selten stimmig. Im Business-Alltag setzen Sie auf gedeckte Farben, die entweder mit Ihrer Anzugfarbe harmonieren oder einen dezenten Akzent dazu bilden. Welche Kombinationen für welches Hemd am besten funktionieren, erklärt unser Ratgeber Welche Krawatte zum Hemd?.
Geht es auch ganz ohne Krawatte?
Ja – in vielen Situationen können Sie heute ganz selbstverständlich auf die Krawatte verzichten. Entscheidend ist der Charakter Ihres Anlasses: Gehen Sie zu einer Geburtstagsfeier im Restaurant, einer Vernissage, einem Sommerfest im Garten oder einem entspannten Dinner unter Freunden, wirken Sie mit offenem Kragen souverän – eine Krawatte wäre hier oft zu förmlich. Steht dagegen eine klassische Hochzeit, eine Gala oder ein Cocktail-Empfang an, greifen Sie zur Krawatte, hier bleibt sie gesetzt. Worauf Sie beim offenen Kragen achten sollten, damit er stilvoll und nicht nachlässig wirkt, lesen Sie in unserem Ratgeber Hemd ohne Krawatte tragen.
Manschettenknöpfe – wann gehören sie dazu?
Zu Black Tie, zu Business Formal und zu festlichen Einladungen wie Hochzeiten oder Galaabenden dürfen Sie ganz selbstverständlich zu Manschettenknöpfen greifen. Im Büroalltag und bei legereren Dresscodes lassen Sie sie besser im Etui. Bei der Wahl haben Sie mehr Spielraum, als Sie vielleicht denken. Stimmen Sie das Material auf Uhr und Gürtelschnalle ab: Silber zu Silber, Gold zu Gold. Als Richtwert für die Grösse gelten 1,5 bis 2 Zentimeter – alles darüber wirkt schnell aufdringlich. Welche Varianten zu welchem Anlass passen und wie Sie sie korrekt anbringen, erklärt unser Ratgeber Manschettenknöpfe richtig tragen.
Vom Dresscode zum passenden Outfit – so finden Sie Ihren Stil
Wir hoffen, dass Sie mit dieser Übersicht beim nächsten Anlass die richtige Entscheidung treffen – egal, ob ein wichtiger Termin, eine festliche Einladung oder ein lockeres Sommerfest auf Sie wartet. Drei Fragen helfen Ihnen dabei: Welcher Anlass steht an? Welche Regel gilt dafür? Und wie viel persönlichen Spielraum lässt Ihnen diese Regel? Wenn Sie diese drei Punkte für sich beantworten, fällt Ihnen die Outfit-Wahl deutlich leichter.
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