Dresscode Lounge Suit für Herren – Mann trägt einen marineblauen Dreiteiler
© opolja – stock.adobe.com

Dresscode Lounge Suit für Herren – einfach erklärt!

Rein in die Yogahose, ein frisches Shirt dazu und entspannt durchstarten – damit würde man den gewünschten Kleidungsstil fürs Event jedenfalls missverstehen, auch wenn Assoziationen mit Loungewear naheliegen. Was ist ein Lounge Suit stattdessen? Entweder handelt es sich um einen protokollarischen Dresscode mit festem Regelwerk. Oder es sind Anzug-Looks mit individuell-informellem Twist gemeint. Worum es geht, verrät der Kontext von Termin oder Einladung. So oder so – stilbewusste Herren sollten beide Styles beherrschen. Wir haben Ihnen wertvolle Tipps für den Dresscode Lounge Suit zusammengestellt.

Was bedeutet Lounge Suit – der historische Grundgedanke

Originär ging es tatsächlich darum, sich bei informelleren Gelegenheiten etwas lockerer zu geben. Versetzen wir uns kurz 150 Jahre zurück: Ein durchschnittlicher Geschäftstermin steht an. Versiert schlüpft der Gentleman in seine gepflegte Alltagskleidung – also die gestreifte Stoffhose, das Hemd mit gestärktem Stehkragen und den knielangen Gehrock. Getoppt von einem Zylinder erledigt er seine Tagesgeschäfte, bevor abends eine formelle Veranstaltung ansteht. Dafür genügt der bisherige Auftritt keinesfalls, weil eine Frack-Fliege-Kombination erwartet wird, die heute als White Tie bekannt ist.

Am nächsten Tag gibt es glücklicherweise private Termine im eigenen Haus und einen entspannten Spaziergang auf dem Land, und die Männermode erlaubt dabei inzwischen einen Lounge Suit für Herren. Angenehm sitzt der Zweiteiler mit kürzerer Jacke und Hose aus demselben Stoff – ein wunderbar lässiges Gefühl, wie beim Relaxen im Jogginganzug heutzutage. Das Paradox: Was damals ein lockeres Freizeitoutfit für die Privatlounge war, avancierte – in der protokollarisch zelebrierten Variante – inzwischen zum feinen Gesellschaftsanzug.

Wie formell ist der Lounge Suit Dresscode?

Soweit der Kleidungsstil im originären Sinn zelebriert wird, folgt er klaren Regeln und ist durchaus förmlich. Er hat britische Wurzeln, was auf Einladungskarten manchmal vermerkt ist, und wird in Grossbritannien auch jenseits von geschäftlichen Anlässen tagsüber bei verschiedensten Gesellschaftsterminen beibehalten.

Ins Dresscodes-Ranking reiht sich Lounge Suit für Herren so ein:

  • White Tie – Abendgarderobe mit Frack, höchst formell
  • Cutaway – grosser Gesellschaftsanzug für den Tagesanlass, sehr nobel
  • Black Tie – Abendgarderobe mit Smoking, festlich-exquisit
  • Lounge Suit – Tagesanzug der gehobenen Eleganz
  • Business Casual – seriöse Geschäftskleidung mit legerem Twist
  • Smart Casual – gelungener Mix aus Lässigkeit, Eleganz und Trendbewusstsein

Fällt das Abgrenzen schwer? Tatsächlich sind die Übergänge jenseits der Festkleidung fliessend. Was manche Männer bei gehobeneren Tagesveranstaltungen tragen, bevorzugen Herren mit klassischem Geschmack auch beim lockeren Zusammenkommen im Restaurant.

Tipp: Wenn in der Schweiz ein „festlicher Anzug“ oder in Frankreich „Tenue foncée“ erwartet wird, ist ebenfalls der Lounge Suit Dresscode gemeint. Er ist zudem mit dem „Dark Suit“ eng verwandt, dem man bei US-Events begegnet.

Was gehört zu einem Lounge Suit Outfit im britischen Stil?

Wenn die Einladung ins Haus kommt, hat man bestenfalls einen marineblauen Herrenanzug parat, der – gefertigt aus einer Wollmischung mit Seidenanteil oder glattem Kammgarn – einen sehr hochwertigen Eindruck macht. Damit legt man fast immer ein stilvolles Fundament für den Lounge Suit Dresscode. Denn seine gedeckte Farbe wirkt zum Beispiel beim Tagesprogramm einer exklusiven Hochzeit etwas freundlicher als die beliebten Businesstöne Anthrazit oder Grau.

Fünf junge Männer, die verschiedene Dresscodes präsentieren. Im Fokus: Junger Mann in dunkelblauem Lounge Suit mit weißem Hemd sowie dunkelblauer Krawatte und Weste.

Meist kann man dem Look beim anschliessenden Abendprogramm treu bleiben, soweit der Einladungstext keinen Wechsel zu Black Tie ans Herz legt. Eine Ausnahme bilden elegante Trauerfeiern, bei denen schwarze Anzüge stets die richtige Wahl sind. Die hochwertigen Lederschuhe – beispielsweise Oxfords – schliessen sich der Anzugfarbe an.

Das passende Hemd zum Lounge Suit

Bei der diskreten Eleganz trumpft der Tagesanzug nach britischem Vorbild auf, bei den Accessoires hält er sich zurück. Dazu passen pur gestaltete Hemden mit Kent Kragen in Reinweiss am besten, die keine Manschettenknöpfe erwarten.

Pisa Kent einfarbig Feingewebe mit Jojoba

Raffinierte Details – etwa Farbakzente an den Umschlagmanschetten – sind bei der klassischen Interpretation des Kleidungsstils weniger erwünscht. Auch Kurzarmhemden oder gemusterte Freizeithemden gehören eher zu den Don’ts. Hellblaue Hemden mit langen Ärmeln können sich wiederum sehr schick machen. Das gilt besonders, wenn sie Ton-in-Ton gestylt werden – etwa gemeinsam mit einer Krawatte, die den dunklen Blauton des Anzugs trifft.

Fliege oder Langbinder – was ist beim Lounge Suit stilbewusst?

Heutzutage wären Querbinder bei den meisten Tagesevents ein unkonventioneller Blickfang, wofür das elegante Herrenoutfit meistens gedacht ist. Das widerspricht der vornehmen Diskretion, zu der sich der Lounge Suit Dresscode bekennen möchte – aus gutem Grund: Er würdigt den besonderen Anlass, ohne dem Wesentlichen die Show zu stehlen – etwa den Stars einer Kulturveranstaltung oder dem Brautpaar beim Ja-Wort.

Stilsicher wirken Krawatten in der Anzugfarbe, die schlicht gehalten sind oder lediglich durch die Materialstruktur etwas gemustert erscheinen. Die Kombination aus weissem Hemd, roter Seidenkrawatte und Anzugstoff im dunklen Blau ergibt ein klassisch-elegantes Gesamtbild. Seltener kommt es vor, dass es keine Krawattenpflicht gibt – etwa bei Festlichkeiten mit jung-dynamischem Flair.

Tipp: Das Baumwollhemd mit New Kent Kragen ist im Zweifelsfall eine kluge Strategie. Falls die Atmosphäre lockerer ist als erwartet und der Binder in der Anzugtasche landet, wirkt es auch leicht aufgeknöpft ordentlich und schick.

Mit oder ohne Weste?

Als grobe Faustregel darf man sich merken: Je schicker das Parkett, umso mehr unterstreicht die dreiteilige Kombination den Sinn für Stil. Und wer ein Trio im Schrank bereithält, profitiert von weiteren Vorteilen: Das Outfit bleibt rundum stimmig, wenn man bei Festlichkeiten irgendwann die Jacke ablegt. Sobald sich die Hauptpersonen des Events lockerer machen, fällt hierfür der Startschuss. Bei einigen Anlässen kann es genügen, wenn die passende Herrenweste den Look aufwertet und der ungeliebte Langbinder zu Hause bleibt.
Wird es feierlich, aber nicht edel? Dann wirkt ein Zweiteiler oft ansprechender und ein Dreiteiler vielleicht übertrieben. Trotzdem zahlt sich die Investition in einen dreiteiligen Anzug aus, weil man die Weste je nach Ambiente gezielt einsetzen oder weglassen kann.

Zwei junge Männer in Lounge Suits. Der linke trägt einen dunkelblauen Anzug mit entsprechender Weste und Krawatte, der rechte trägt einen schwarzen Anzug mit schwarzer Krawatte aber ohne Weste.

Wer sich gerade an die üblichen Stylingtipps für Business Formal erinnert, liegt richtig: Es gibt tatsächlich viele Parallelen, wodurch die bevorzugte Businessmode mancher Männer mit dem Lounge Suit Dresscode deckungsgleich sein kann.

Ein Statement der informellen Eleganz

Der originäre Gedanke beim Lounge-Anzug war, dass man sich auf gepflegte Art etwas lockerer geben konnte und mehr stilistische Freiheiten hatte – etwa bei legeren Geschäftstreffen, Wochenendausflügen oder Privatveranstaltungen. Dieser Gedanke lebt bis heute weiter und wird in der modernen Herrenmode unter dem Begriff des vielseitigen Freizeitanzugs gepflegt.

Hellere Töne wie Beige oder kräftigere Farben wie Olivgrün und Burgunder machen sich dabei genauso schick wie geschmackvolle Muster – etwa ein feines Fensterkaro. Für entspannte Looks oder kühlere Tage wird gern Flanell oder Tweed eingesetzt. Strukturiertes Leinen gehört zu den Materialklassikern für Sommeranzüge.

Mann im grau-melierten Lounge Suit Tweet Anzug
© Andrey Kiselev – stock.adobe.com

Karohemd, Strickpulli oder leichtes Jacket – je nachdem, wofür man sich entscheidet, wirken solche Freizeitanzüge völlig anders. Auch für das Kombinieren mit Slippern, Sneakers oder Boots sind sie offen. Dadurch kann man sich individuell und authentisch kleiden, was beim freundschaftlichen Geschäftsempfang oder bei der vergnüglichen Gartenhochzeit gut ankommt.

Aufgepasst: Es kommt nicht selten vor, dass Gastgeber diese modisch ungezwungene Spielart von Anzügen meinen, wenn sie Lounge Suit als Dresscode ans Herz legen. Deshalb sollte man sich immer den Kontext vor Augen führen, bevor man zur förmlichen Kombination der britischen Schule greift. Das passende Hemd – ob klassisch weiss zum protokollarischen Auftritt oder im lässigen Karo zur Gartenparty – ist dabei stets der entscheidende Baustein eines stimmigen Looks.